Muss ich das verstehen? Nee, muss ich nicht.

Online-Drama war ja schon immer einer der Gründe, weshalb ich das Internet so liebe. Besser als jedes Fernsehprogramm, man holt sich ein bisschen Popcorn oder Chips und schaut dann, welch seltsame Blüten das Fandom der momentanen Wahl treibt. Das letzte Drama dieser Art, das ich jetzt miterlebt habe, geht allerdings selbst mir ein bisschen weit: eins der wahrlich besseren Blogs der Netzwelt löst sich auf. Oder doch nicht?

Die Fünf Filmfreunde haben mir im letzten Jahr immer wieder viel Freude bereitet. Ich bin keine regelmäßige Leserin, von Kommentaren ganz zu schweigen- die ergeben für mich höchstens bei den „News“-Einträgen Sinn, aber da meine Meinung in 90 Prozent der Fälle mit der filmfreundigen übereinstimmt, habe ich da auch meistens nichts Substantielles zu sagen. Die Reviews sind nun mal subjektive Meinungen der jeweiligen Poster, zu denen ich allermeistens außer „sehe ich auch so/sehe ich nicht so“ nichts Wesentliches beitragen kann, und ich habe auch noch nie ganz verstanden, wieso da überhaupt Kommentare zugelassen sind. Denn überall, wo man eine Kommentarfunktion hinpackt, tummeln sich auch Trolle und lauter sonstige Leute, deren IQ nur leicht über der Raumtemperatur liegt. Und man kann es noch so oft erklären, Posting-Guidelines und Netiquette bemühen: So schnell wird sich daran auch nichts ändern.

Nun, innerhalb von wenigen Tagen haben sich nacheinander Dog Hollywood, Mal Sehen, Batzman und Renington verabschiedet. Übrig geblieben ist Nils, der das Ganze jetzt als „No. 1 Blog für Musical- und Sandler-Fans“ betreibt. Bitte was?

Spätestens nach dem Eintrag von Batz sollte klar gewesen sein, dass das Ganze in irgendeiner Form eine tiefere Botschaft an die Leser ist, die eben auf ähnliche Punkte wie die gerade genannten abzielt: Die F5 sind  auch nur Menschen, die Reviews sind nicht Gottes Wort, niemand zwingt uns, sie zu lesen, zu kommentieren oder die Welt bzw. die Filmwelt komplett so zu sehen wie sie. Ganz abgesehen davon, dass sie sich selten einer Meinung sind und eben dadurch auch fast alle Filmgenres abdecken können. Sie ergänzen sich eben gegenseitig, war bei den Beatles auch nicht anders, nur mussten die sich nicht mit Trollen rumschlagen.

Nützliche und immer wieder nötige Botschaft, die sie auch sein mag, diese Art, sie rüberzubringen, finde ich nicht nur albern, sondern auch komplett unter der Würde einer Institution wie den F5. Bleibt zu hoffen, dass sie den Spaß nicht allzu lange breitwalzen und dass einige Leute vielleicht was draus lernen. Es scheint ja welche zu geben, die nur mit einem Holzhammer zu ein wenig gesundem Menschenverstand zu bringen sind. Der Teil der Leserschaft, welcher nicht zu den Trollen oder Klischee-Kommentatoren zählt, wird sich allerdings arg vor den Kopf gestoßen fühlen.

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