Büro-Stöckchen von Herrn Schmidt

Herr Schmidt hat dieses Stöckchen an alle weitergeschmissen, die in der ersten Jahreshälfte Geburtstag haben. Also auch an mich, denn mein Ehrentag ist im März. Dann wollen wir mal…

1. Wo befindet sich dein Büro? In Colchester, Essex, UK.

2. Wie ist dein Büro strukturiert? Strukturiert? Hier stehen sechs Tische in einer 3×2-Anordnung, an denen sich dann jeweils zwei Leute gegenübersitzen und vor sich hin katalogisieren. Ich sitze an einem der beiden mittleren. Links von mir ist das Büro vom Chef des Ganzen, soll heißen Oberbibliothekar. Rechts von mir geht es weiter zu den Plätzen der einzelnen Fachbibliothekare. Gegenüber von mir steht das Regal mit den zu katalogisierenden Büchern, das sich von dort nach rechts an der Wand entlang weiterschlängelt.

3. Welche großen Gegenstände findet man in deinem Büro?
Tische, Computer, Regale.

4. Auf welche Kleinigkeiten in deinem Büro könntest du nicht verzichten?
Taschentücher, Handcreme, Kaugummi. Bis vor einiger Zeit saß hier auch noch eine kleine EVE (dieser süße weiße Roboter aus dem Film WALL-E) neben dem PC, aber die hat jetzt ihren WALL-E gefunden und lebt mit ihm auf unserer Kommode.

5. Welche Farbe dominiert dein Büro?
Weiß.

6. Welche Gegenstände schmücken/ vergemütlichen dein Büro?
Mein Uni-Alubecher.

Zweiter Teil:
1. Wie gern gehst du in dein Büro?
Geht so…

2. Versteckst du einen Gegenstand in deinem Büro? Wenn ja, welchen?
Momentan eine Webcam und ein Buch. Da ich sie an Leute von der Uni verkaufen möchte, halte ich das für sinnig.

3. Hast du in deinem Büro schon einmal etwas Versautes getan?
BITTE WAS?!

4. Wie oft hast du sexuelle Fantasien in deinem Büro?
Och, das kommt schon dann und wann mal vor, wenn es wieder arg langweilig ist…

5. War schon einmal jemand in deinem Büro, den du absolut nicht leiden konntest? Natürlich.

6. Hast du schon einmal etwas in deinem Büro, mutwillig oder nicht, zerstört?
Ich habe mal aus Versehen ein Buch aus unserem Katalog gelöscht.

Dritter Teil:
1. Was für einen Stift benutzt du?
Kulis in verschiedenen Farben sowie einen Bleistift zum in-Büchern-rumkritzeln. Sowas dürfen hier nur Bibliothekare!

2. Wie viele Bücher brauchst du am Tag in deinem Büro?
Ziemlich viele…

3. Wieviel Zeit verbringst du durchschnittlich am Telefon in deinem Büro?
Wenig. Da es hier ein Gemeinschaftstelefon gibt, beschränkt sich meine Tätigkeit auch meistens darauf, den jeweilig gewünschten Gesprächspartner zu finden und ans Telefon zu holen.

4. Ist das Handy in deinem Büro erlaubt oder eher nicht?
Eher nicht. Ab und an nehme ich (bzw. nimmt eine/r meiner Kollegen/innen) mal einen Anruf am Handy an, wenn es um wichtige Sachen geht.

5. Wie oft legst du Pausen ein?
Oft! Im Ernst, das ist hier genau geregelt: je eine halbe Stunde tea break um 11 und um 4 und eine Stunde Mittag zwischen eins und zwei. Dass wir überhaupt was erledigt bekommen, ist so was wie das neunte Weltwunder…

6. Wenn dein Büro einen Namen haben würde hätte, welcher wäre das?
Es hat einen Namen, nämlich: Katalogisierung, bzw. Cataloguing. Wenn ich ergänzen darf: Filling your shelves since 1964 – not caring that you mess them up again any day of the week.

7. Wo würdest du dein Büro gerne haben, wenn es woanders sein könnte?
Ein bisschen näher an der Küste, so mit Blick aufs Meer, das wär doch was!

8. Wenn du jemanden in dein Büro an einem anderen Ort mitnehmen könntest, wer wäre das?
Wahrscheinlich der Klabautermann. Oder Bruce, der durchgeknallte Monty Python-Fan, der unten am Ausgang die Taschen kontrolliert.

Wer mitspielen will, ist herzlich eingeladen.

Kollektivspam per Schneckenpost

Da ich ja immer noch diverse Newsletter aus der Heimat erhalte, durfte ich heute Zeugin einer neuen Umsetzung der „Ich habe 100,000,000 Dollar geerbt und die müssen jetzt ganz schnell auf ein Konto“-Masche erleben: Kleinanzeige im Stadtblatt. Zu bewundern hier.

Wie viele E-Mails der/die in der nächsten Zeit wohl so bekommt?

Schwangere Professorin

Da fragt hier bei der ZEIT-Karriereberatung eine Dame nach, ob sie beim baldigen Gesundheitstest, der ihrer Anstellung als Beamte im Hochschuldienst (als Professorin) vorausgeht, bezüglich ihrer seit 2 Monaten bekannten Schwangerschaft lügen darf.

Mal abgesehen davon, dass die ZEIT-Karriereberatung eine ziemlich dämliche Stelle ist, diese Frage zu stellen – sie hat noch niemandem von der Schwangerschaft erzählt, riskiert so aber evtl. damit im Internet zu landen, wo möglicherweise genau diejenigen, vor denen sie diese verheimlichen will, doch davon erfahren –

ist es nicht eine Sauerei, dass sich jemand auf dieser Ebene der Hierarchie Sorgen darum machen muss, aufgrund einer Schwangerschaft „abgesägt“ zu werden? Dass so etwas eine Frage für die Rechtsberatung ist und nicht einfach mit „Machen Sie sich keine Sorgen“ beantwortet werden kann? Ich würde jetzt gerne „In was für einem Land leben wir denn?“ schreiben – aber ich lebe ja nicht in Deutschland. Und wenn die Politik so weitergeht wie bisher, beantrage ich bald Asyl auf dem Mond.

Jedes Mal, wenn ich denke, es wäre für mich vielleicht doch eine denkbare Option, irgendwann in ferner Zukunft einmal eine Familie zu haben, kommt so eine Nachricht daher. Ich fürchte also, aus den kleinen Kätzchen oder gar Klabautermännchen wird nichts… und wahrscheinlich werde ich dann als alte Katze allein auf dem Kamin einschlafen, wenn die Zeit denn dann mal gekommen ist… traurig, aber wahr.

Mehr englische Eigenheiten

Ich finde ja, dass die halbstündige Pause um vier, wo wir doch um fünf sowieso Feierabend haben, eine der blödesten Erfindungen dieser Bibliothek ist.

Blogbeantworter

Liebe Leute,

da die Katze mit Hut zur Zeit damit beschäftigt ist, das Zusammenleben mit einem Klabautermann zu lernen, ein akademisches Transcript zu bekommen, sich mit der englischen sowie deutschen Bürokratie herumzuschlagen und zu allem Überfluss auch noch eine persönliche Begründung des Studienwunsches zu schreiben…

… gibt es bis zum Wochenende erstmal nichts Neues hier.

Ich würde gerne was erzählen, es gibt viel zu sagen, aber es ist einfach keine Zeit da.

Zusammenzug

Gestern ist der Klabautermann gelandet und hat mich in der Mittagspause besucht 🙂 Dann hat er sich bei mir häuslich eingerichtet – zumindest ein bisschen.

Außerdem haben meine beiden Mitstreiter und ich den Montag freibekommen, um zu einer Veranstaltung für „Jungbibliothekare“ in London zu gehen – die offizielle Bezeichnung für unseren Job ist ja Graduate Trainee, aber das übersetz mir mal einer!

Ich bin jedenfalls froh, dass der Klabautermann jetzt hier ist und morgen das Wochenende anfängt. Die Woche war ziemlich stressig, und insofern kann ich das jetzt gut gebrauchen.

Übrigens hat der Gute über monster.co.uk schon ein paar Mails mit Jobangeboten bekommen… drückt uns die Daumen, dass da bald was klappt!

Der große Tag…

… ist morgen, denn dann wird der Klabautermann mit Sack und Pack bei mir vor der Tür stehen und einziehen. Ich kann es noch nicht so ganz fassen und hoffe, morgen nicht von der Realität vollkommen geplättet zu werden. Das Leben der Katze mit Hut bleibt also weiterhin spannend.

Außerdem werde ich mich demnächst um meine Bewerbungen für Masterstudiengänge kümmern müssen und das ist alles andere als einfach. Die Deutschen sind nicht das einzige Volk, das undurchschaubare bürokratische Hürden um alles Mögliche aufbaut, sag ich dazu nur.

Und wie ist bei euch so?